Wildheuerei auf Aueren

Text und Bild von Jakob Kubli


Mit "Mächlers im Täli ob den Nägeln“ ist die in den Dreissigerjahren entstandene Fotografie beschriftet. Sie zeigt das Ehepaar Mächler auf einem schwindelerregenden Felsband hoch über Netstal. Auch für den Fotografen war der Aufstieg ins Täli mit einem über zwei Kilogramm schweren Fotokasten nicht so einfach.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten auf Weisung des Bundes auch im Glarnerland für die Anbauschlacht zusätzliche Ackerflächen geschaffen werden. Der Ausfall an Grasflächen wurde durch vermehrte Nutzung der neugeschaffenen Wildheuteile auf den Alpen ausgeglichen. Die Grasbänder von Auern bis auf den Wiggis waren für die Netstaler Kleinbauern, neben den Heuteilen im Klöntal, die wichtigsten und nächsten Heubezugsquellen.Um die beschwerliche Arbeit zu erleichtern, brachte der Tagwen an besonders schwierigen Stellen in den "Nägeln“ und im Täli grosse Leitern an. Ausserdem wurde im Jahre 1940 mit Unterstützung des Bundes eine einfache Seilanlage von der Butzi nach Auern gebaut. Dies alles erleichterte die Arbeit der Wildheuer wesentlich. Nachdem aber 1970 ein Kleinflugzeug beim Anflug das Auernseil zerstört hatte, konnte sich der Gemeinderat nicht dazu entschliessen, es zu ersetzen. Vom Alppächter abgesehen, trifft man heute auf Auern keine Wildheuer mehr an.