Netstal im Wandel der Zeit

Text und Bilder von Jakob Kubli

 

Das Dorfbild hat sich im Laufe von fünfzig Jahren, bedingt durch die Bevölkerungszunahme und den von Jahr zu Jahr zunehmenden Strassenverkehr stark verändert. Dem Moloch Verkehr mussten für die Korrektion und Verbreiterung der Hauptstrasse von 1969 bis 1979 zwölf zum Teil wertvolle Häuser geopfert werden. Aber auch in andern Quartieren von Alt-Netstal sind Häuser abgebrochen worden. In andern Fällen haben Besitzer ihre renovationsbedürftigen Häuser mit der alten Bausubstanz in neuzeitliche Wohnungen umgebaut. Sie tragen damit zur Verschönerung des Dorfbildes bei. Zudem kann damit dem Druck auf die grüne Wiese etwas entgegengewirkt werden.

 

Im folgenden Beitrag veröffentlichen wir Aufnahmen von Häusern, die im Laufe der letzten fünfzig Jahre abgebrochen wurden und stellen vor, was daraus geworden ist.

 

Das Haus "Rosengarten"

 

Zurückversetzt von der Landstrasse stand südlich der "Wiggishäuser“, die 1973 abgebrochen worden waren, bis über die Jahrtausendwende das Haus "Rosengarten“. Im baufälligen Haus waren zuletzt Asylanten des Schweizerischen Roten Kreuzes untergebracht, bis es um die Jahreswende 2002/2003 schliesslich abgebrochen wurde. Die Besitzerin der Liegenschaft, die Stiftung zur Förderung des Baus billiger Wohnungen (SBW) verzichtet vorläufig auf eine Überbauung des Areals. Somit konnte im Oberdorf einmal die Landwirtschaftsfläche etwas ausgedehnt werden.

 

Haus "Föhn"

Bild: Kurt Meyer
Bild: Kurt Meyer

Unsere Archiv-Aufnahme zeigt die zwei Wohnhäuser an der Molliserstrasse 26 und 28 vor dem Abbruch. Beim Haus im Vordergrund handelt es sich um das ehemalige Wirtshaus "zum Föhn“ über dessen Geschichte wir leider nur wenig in Erfahrung bringen konnten. Die beiden baufälligen Häuser wurden von einer einheimischen Immobilien-Gesellschaft käuflich erworben, um abgebrochen zu werden. An ihrer Stelle sind zwei moderne, zeitgemässe Mehrfamilienhäuser entstanden. Durch die Schaffung von neuem Wohnraum hat das Zentrum von Netstal zweifellos eine Aufwertung erfahren.

 

Café Wiggis

Platz nach dem Abbruch des Adlers und eines Wohnhauses, heute Café Wiggis
Platz nach dem Abbruch des Adlers und eines Wohnhauses, heute Café Wiggis

 

Nach dem Abbruch der alten Post, dem alten "Adler“ und einem weiteren Wohnhaus, entstand im Dorfzentrum unterhalb dem damaligen reformierten Pfarrhaus, das zum neuen Restaurant "Waage“ umfunktioniert wurde, eine gähnende Leere.

Bezüglich des alten "Adlers“ hatte man vorerst eine Verschiebung in Erwägung gezogen. Angesichts der hohen Verschiebungskosten von 273'000 Franken entschied sich der Gemeinderat aber für den Abbruch. Er war bestrebt, diesen an verkehrsgünstiger Lage befindlichen Bauplatz zweckmässig zu überbauen. Aus der Bevölkerung wurden Stimmen laut, die gerne zum Beispiel eine Zahnarztpraxis, eine Bank und weitere Dienstleistungsbetriebe zur Belebung und Verschönerung des Dorfbildes gesehen hätten.

Alle diese Wünsche konnten aus verschiedenen Gründen nicht verwirklicht werden. Nach langwierigen Abklärungen und Verhandlungen entstand schliesslich unterhalb der "Waage“ ein markantes Geschäftshaus mit mehreren Wohnungen. Mit Genugtuung und Freude konnte der Gemeinderat verkünden, dass im Parterre die Glarner Kantonalbank eine Filiale und nebenan das Café Wiggis eröffnen werde. Dies war ein wichtiger Markstein für die Entwickung der Gemeinde in den Siebzigerjahren.Im Juni 2015 bezog die Glarner Kantonalbank für ihre Filiale Räume im Wiggispark, am alten Standort blieb nur der Bancomat bestehen.

 

 

 

 

Café Wiggis. Der Brunnen, der vor dem Restaurant Adler stand, behielt seinen Platz, wurde aber um 180° gedreht. Bild: Kurt Meyer

 

Das Mülihuus

Mülihuus vor dem Abbruch
Mülihuus vor dem Abbruch
abgebrochenes Mülihuus, dahinter Restaurant Hecht
abgebrochenes Mülihuus, dahinter Restaurant Hecht
Mülihuus heute (Molliserstrasse 34) Bild: Kurt Meyer
Mülihuus heute (Molliserstrasse 34) Bild: Kurt Meyer


Dorfkern

Dorfkern mit dem Restaurant Ochsen (links am Rande), Haus Dr. Fritz Stucki, Hotel Schwert und im Hintergrund die Konditorei Staub. In der Bildmitte befindet sich ein Schopf der Gemeinde.

 

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